Der Vorbericht ist bei Hautproblemen von ganz besonderer Wichtigkeit. Ein paar Beispiele für die Fragen zu Erhebung des Vorberichtes und die Informationen, die sich dadurch ergeben habe ich angefügt.
Wichtige Fragen bei der Erhebung des Vorberichtes sind unter anderem:
In gewissen Altersstufen treten manche Hautkrankheiten besonders häufig auf. Man spricht auch von einer Altersdisposition.
Bei manchen Rassen kommen gewisse Erkrankungen häufiger vor als bei anderen. Dies nennt man Rassedisposition. Welche Rassen Dispositionen für welche Hautkrankheiten haben, sehen Sie unter Rassedispositionen.
Viele Erkrankungen haben ein typisches Verteilungsmuster, d.h. die Hautveränderungen sind in einer ganz bestimmten Art und Weise über den Körper verteilt.
Durch wachsenden Tourismus und den Import von Tieren aus dem europäischen Ausland steigt das Risiko für ungewöhnliche Krankheiten wie z.B. der Leishmaniose oder der Dirofilariose.
Juckreiz ist ein wichtiges Merkmal bei vielen Hautkrankheiten. Manchmal ist Juckreiz direktes Symptom der vorliegenden Hautkrankheit, manchmal tritt Juckreiz erst im Zusammenhang mit Sekundärinfektionen auf.
Manchmal ist Juckreiz nicht offensichtlich und äußert sich als Pfotenlecken, Sich-auf-dem-Rücken-Wälzen, Ohrenschütteln oder Schlittenfahren.
Beschränkt sich die Erkrankung auf die Sommermonate, so sollte u.a. an Atopische Dermatitis, Flohbißallergie und allergische Reaktionen auf Herbstgrasmilben gedacht werden. Herbstgrasmilben treten von Juli bis Oktober auf. Juckreiz außerhalb dieser Zeit kann nicht ausschließlich durch Herbstgrasmilben bedingt sein.
Auch Pollenallergien sind oft auf gewisse Jahreszeiten begrenzt. Tiere mit allergischen Reaktionen auf Hausstaub oder Hausstaubmilben zeigen nichtsaisonalen Juckreiz, bzw. eine Verstärkung ihrer Symptome während der Wintermonate.
Nichtjuckende, saisonal auftretende Haarlosigkeit kann durch die Saisonale Flankenalopezie bedingt sein.
Sind mehrere Tiere eines Haushaltes betroffen, können ansteckende Erkrankungen wie z.B. Pilzerkrankungen, Sarkoptes- oder Cheyletiellamilben oder Flöhe vorliegen.
Vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten werden Zoonosen genannt.
Hautpilze, Cheyletiella-, Sarkoptesmilben und Flöhe sind auf den Menschen übertragbar. Sarkoptesräude, auch Skabies genannt, äußert sich beim Menschen als stark juckender Ausschlag an Armen und Beinen.
Von Hautpilzen sind besonders häufig Kinder befallen. Sie zeigen die typischen kreisrunden Rötungen, die unterschiedlich stark juckend sein können.
Niesen, Husten oder Augenausfluss können Anzeichen von allergischen Erkrankungen sein. Magen-Darm-Probleme wie Aufgasungen, Durchfall oder Erbrechen treten oft im Zusammenhang mit Futtermittelallergien auf. Vermehrter Durst und Harnabsatz, wie auch Gewichtszunahme können bei hormonellen Krankheiten auftreten.
Informationen über etwaige Vorbehandlungen können immensen Informationswert haben. Verbesserung des Zustandes nach Gabe von Antibiotika spricht für das Vorliegen einer infektiösen Hauterkrankung. Hierbei ist es wichtig, welches Antibiotikum, in welcher Dosierung und für welche Dauer eingesetzt wurde.
In vielen Fällen verbessert sich der Juckreiz nach Gabe von Kortison. Dies ist jedoch völlig unspezifisch und lässt keinen Rückschluss auf die auslösende Erkrankung zu.
Vorbehandlungen können das klinische Bild einer Erkrankung verschleiern. Die Aussagefähigkeit von Allergietests, Hautbiopsien und Blutuntersuchungen kann durch Kortisongabe stark beeinträchtigt werden. Viele Medikamente verändern die Schilddrüsenwerte.
Die Ernährung kann eine ganz wichtige Rolle bei Hautkrankheiten spielen. So kann der Mangel an gewissen Stoffen zu einem trockenen und spröden Haarkleid führen. Manche Tiere leiden unter einer Futtermittelallergie. Sie brauchen eine spezielle Diät zur Diagnose ihrer Erkrankung.
Viele Tiere sind durch gewisse Haltungsbedingungen speziellen Infektionsrisiken ausgesetzt. So haben z.B. Ausstellungstiere ein höheres Risiko für Parasitenbefall oder Hautpilzinfektionen. Freilaufende Katzen können eher eine Flohbißallergie ausbilden als nur im Haus gehaltene Tiere.